Programm Internationale Stummfilmtage - 42. Bonner Sommerkino

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Plakat der Internationalen Stummfilmtage – 42. Bonner Sommerkino

Donnerstag, 13. August 2026, 21.15 Uhr: GÖSTA BERLINGS SAGA
(GÖSTA BERLING) Teil 1; Mauritz Stiller, Schweden 1924.

Live-Musik: Daan van den Hurk (Flügel)

Der junge Pfarrer Gösta Berling verliert sein Amt, weil er trinkt, und schließt sich einer Gruppe rauer Kriegsveteranen an. Gutsherrin Margaretha nimmt ihn auf ihrem luxuriösen Gut Ekeby auf, wo er als Hauslehrer arbeitet und den Frauen den Kopf verdreht. Tragische Ereignisse folgen, die sowohl Gösta als auch Margaretha immer weiter in den Absturz treiben. Mauritz Stillers monumentale Verfilmung des Debütromans der Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf markierte den Durchbruch des späteren Hollywood-Stars Greta Garbo. Als Gräfin Elisabeth spielt sie die einzige Frau, die Gösta retten und für sich gewinnen kann.

Film dankenswerterweise bereitgestellt von Svenska Filminstitutet.

Fotos zum Download:

Goesta Berlings saga (Schweden 1924). Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum
Goesta Berlings saga (Schweden 1924). Quelle: Svenska Filminstitutet
Goesta Berlings saga (Schweden 1924). Quelle: Svenska Filminstitutet
Goesta Berlings saga (Schweden 1924). Quelle: Svenska Filminstitutet

Freitag, 14. August 2026, 21.15 Uhr: ENTR’ACTE; René Clair, Frankreich 1924.

Live-Musik: Maud Nelissen (Flügel)

René Clairs erster Film war ursprünglich als Zwischenakt für das schwedische Ballett Relâche des Dada-Künstlers Francis Picabia konzipiert, das 1924 in Paris aufgeführt wurde. Ziel war es, das Publikum durch eine perfekt durchorchestrierte Provokation dazu zu bringen, seine Plätze zu verlassen. Picabia schrieb das lose Szenario, während Erik Satie für das Ballett sowie den Film die Musik komponierte. Berühmtheiten wie die Künstler Marcel Duchamp und Man Ray treten im Film auf. Mit experimentellen Techniken wie Zeitlupe und Doppelbelichtungen feiert Clair die pure Bewegung und die absolute Absurdität.

Film dankenswerterweise bereitgestellt von der Fondation Jérôme Seydoux-Pathé

Fotos zum Download:

Entr'acte (FR 1924). Quelle: Fondation Jérôme-Seydoux–Pathé
Entr'acte (FR 1924). Quelle: Fondation Jérôme-Seydoux–Pathé
Entr'acte (FR 1924). Quelle: Fondation Jérôme-Seydoux–Pathé
Entr'acte (FR 1924). Quelle: Fondation Jérôme-Seydoux–Pathé

Freitag, 14. August 2026, 22 Uhr: GÖSTA BERLINGS SAGA (GÖSTA BERLING) Teil 2; Mauritz Stiller, Schweden 1924.

Live-Musik: Neil Brand (Flügel)

Im zweiten Teil von GÖSTA BERLING spitzt sich die Lage zu. In einer atemberaubenden Verfolgungsjagd fliehen Gösta und Elisabeth vor hungrigen Wölfen über einen zugefrorenen See und Schloss Ekeby steht in Flammen. Wird sich das Schicksal noch wenden? Der spektakuläre Brand von Ekeby gilt als die teuerste Szene, die bis dahin in Schweden gedreht wurde. Nach seiner Premiere wurde der Zweiteiler zu einem Film zusammengekürzt und war lange Zeit nur als Schwarzweiß-Kopie verfügbar. Nun liegt GÖSTA BERLING in einer restaurierten Fassung vor, die der Originallänge am nächsten kommt und die ursprünglichen Viragen wiedergibt.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom Svenska Filminstitutet

Fotos zum Download:

Goesta Berlings saga (Schweden 1924). Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum
Goesta Berlings saga (Schweden 1924). Quelle: Svenska Filminstitutet
Goesta Berlings saga (Schweden 1924). Quelle: Svenska Filminstitutet
Goesta Berlings saga (Schweden 1924). Quelle: Svenska Filminstitutet

Samstag, 15. August 2026, 21 Uhr: KID BOOTS (FÜNF MINUTEN ANGST); Frank Tuttle, USA 1926.

Live-Musik: Neil Brand (Flügel) & Frank Bockius (Schlagzeug)

FÜNF MINUTEN ANGST markiert das Leinwanddebüt des Bühnenkomikers Eddie Cantor. Unter der gekonnten Regie von Frank Tuttle adaptiert der Film die gleichnamige, extrem erfolgreiche Broadway-Musicalkomödie. Cantor spielt den quirligen Herrenschneider Samuel „Kid“ Boots, der in Liebeswirren und illegale Geschäfte gerät, als er einem Freund helfen will, einer rechtlichen Falle zu entkommen, die ihm seine Ex-Frau gestellt hat. An seiner Seite glänzt Clara Bow, die 1926 im Begriff war, sich als Star und „It Girl“ zu etablieren. FÜNF MINUTEN ANGST besticht durch rasante Slapstick-Einlagen und verschwenderische Kostüme.

Film dankenswerterweise bereitgestellt von der Film Preservation Society

Fotos zum Download:

Kid Boots (USA 1926). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Kid Boots (USA 1926). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Samstag, 15. August 2026, 22.45 Uhr: ŠINEL’ (DER MANTEL); Grigorij Kozincev & Leonid Trauberg, UdSSR 1926.

Live-Musik: Maud Nelissen (Flügel)

Ein einfacher Büroangestellter ist Ziel des Spotts seiner Kollegen. Doch nachdem der arme Außenseiter genügend Geld aufgebracht hat, um sich einen edlen Mantel zu kaufen, wendet sich sein Schicksal zum Besseren. Bis ihm der Mantel gestohlen wird, der ihm die lang ersehnte berufliche Anerkennung gebracht hat. Das Werk des berühmten ukrainischen Schriftstellers Hohol’ inspirierte dieses Schlüsselwerk des sowjetischen Stummfilms vom Regiepaar Kozincev und Trauberg. Die neue Restaurierung des George Eastman Museums lässt die vom deutschen Expressionismus beeinflusste visuelle Gestaltung des Films neu erstrahlen.

 

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom George Eastman Museum

Fotos zum Download:

Shinel' (UdSSR 1926). Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum
Shinel' (UdSSR 1926). Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum
Shinel' (UdSSR 1926). Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum

Sonntag, 16. August 2026, 21.15 Uhr: THE LOVE NEST (EINE ABENTEUERLICHE SEEREISE); Buster Keaton, USA 1923.

Live-Musik: Filmsirup – Matthias André (e-Gitarre) & Michi Hendricks (Flügel)

Nachdem seine Verlobte mit ihm Schluss gemacht hat, unternimmt Buster Keaton in einem kleinen Boot eine Weltreise. Unterwegs trifft er auf das Walfangschiff „Love Nest“ und wird Teil dessen Mannschaft. Durch seine ständigen Missgeschicke gerät er in Konflikt mit dem Kapitän und führt das Schiff in den Untergang – oder vielleicht doch nicht? Diese Seefahrerkomödie mit einem typisch Keaton’schen surrealen Touch war der letzte der 19 Kurzfilme, die Buster Keaton zwischen 1920 und 1923 als Solo-Komiker realisierte – und der einzige, bei dem er ganz allein die Regie verantwortete.

Film dankenswerterweise bereitgestellt von FPA Classics

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The Love Nest (US 1923). Quelle: FPA Classics
The Love Nest (US 1923). Quelle: FPA Classics
The Love Nest (US 1923). Quelle: FPA Classics

Sonntag, 16. August 2026, im Anschluss: WONDERS OF THE SEA (DIE WUNDER DES MEERES); John Ernest Williamson 1922.

Live-Musik: Stephen Horne (Flügel, Querflöte, Akkordeon) & Frank Bockius (Schlagzeug)

Der Engländer John Ernest Williamson gilt als Pionier der Unterwasserfotografie. Mit Hilfe seiner „Photosphere“ – eine am Ende eines langen Rohres befindliche Unterwasserkammer mit Luke – konnte er Foto- und Filmaufnahmen in den Tiefen des Meeres machen. Die Dokufiktion DIE WUNDER DES MEERES besticht durch ihre prachtvollen Bilder von Meereslebewesen, Tauchgängen und Schiffwrackerkundungen. Die neue Restaurierung des Österreichischen Filmmuseums, die sich auf Archivmaterialien aus Österreich, Frankreich, Australien und den Niederlanden stützt, feiert in Bonn ihre Weltpremiere.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom Österreichischen Filmmuseum

Fotos zum Download:

Wonders of the Sea (USA 1922). Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum
Wonders of the Sea (USA 1922). Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum
Wonders of the Sea (USA 1922). Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum

Montag, 17. August 2026, 21.15 Uhr: SHOULD MEN WALK HOME? (ANFÄNGER); Leo McCarey, USA 1927. 

Live-Musik: Gunda Gottschalk (Geige) & Salome Amend (Schlagzeug)

ANFÄNGER ist eine der besten Komödien Mabel Normands und zugleich ihr letzter Filmauftritt. In dieser Produktion des Genre-Meisters Hal Roach glänzt sie als Taschendiebin, die sich mit einem Komplizen zusammentut, um eine Party auszurauben. In einer Nebenrolle ist Oliver Hardy zu sehen. Für Normand, die in den 1910er und 1920er Jahren weit über hundert Filme als Slapstick-Pionierin drehte – auch als Regisseurin – war der Film ein spätes Glanzlicht: Trotz Skandalen und gesundheitlichen Problemen zeigte sie hier ein letztes Mal ihr großes komödiantisches Talent, bevor sie 1930 mit nur 36 Jahren starb.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom British Film Institute

Fotos zum Download:

Should Men Walk Home (USA 1927). Quelle: BFI National Archive
Should Men Walk Home (USA 1927). Quelle: BFI National Archive
Should Men Walk Home (USA 1927). Quelle: BFI National Archive

Montag, 17. August 2026, im Anschluss: SCHATTEN DER WELTSTADT; Willi Wolff, Deutschland 1925. 

Live-Musik: Elizabeth-Jane Baldry (Harfe) & Stephen Horne (Flügel, Querflöte, Akkordeon)

Ein gewissenloser Ehemann nutzt seine schöne Frau aus, um die eigene Karriere voranzutreiben. Als er unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, wird sie des Mordes beschuldigt. Um ihren Namen reinzuwaschen, begibt sich die Witwe in der Pariser Unterwelt auf die Suche nach dem wahren Täter … Dieser düstere Kriminalfilm zählt zu den stärksten Leistungen der Produzentin und Hauptdarstellerin Ellen Richter, die hier als missbrauchte und gedemütigte Frau ihr Schicksal selbst in die Hände nimmt. Der dramatische Höhepunkt des Films bildet eine Gerichtsszene, die 100 Jahre später an den Fall von Gisèle Pelicot denken lässt.

Film dankenswerterweise bereitgestellt von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Fotos zum Download:

Schatten der Weltstadt (DE 1925). Quelle: Oesterreichisches Filmmuseum
Schatten der Weltstadt (DE 1925). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Dienstag, 18. August 2026, 21.15 Uhr: BUBIS LOCKEN; Hanna Henning, Deutschland 1919. 

Live-Musik: Richard Siedhoff (Flügel)

Schulende vor den Sommerferien. Als Bubi in die 7. Klasse versetzt wird, muss sich einiges ändern – allen voran seine Locken. Freundin Lotte, deren ältere Schwester Evi in Bubis Bruder Kurt verliebt ist, ist alles andere als begeistert. Und durch einen Streich von Bubi hängt auch der Segen zwischen Evi und Kurt schief. Wird Bubi es wieder richten? Hanna Henning gilt als eine der ersten deutschen Regisseurinnen. Zwischen 1915 und 1924 realisierte sie fast 50 Filme. Die Bubi-Filme waren ihre erste Serie von Familienlustspielen, in der sie das Spannungsfeld zwischen den Geschlechtern und Generationen aufgriff.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Fotos zum Download:

Bubis Locken (DE 1919). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Bubis Locken (DE 1919). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Bubis Locken (DE 1919). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Bubis Locken (DE 1919). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Dienstag, 18. August 2026, im Anschluss: GUO FENG; Luo Mingyou & Zhu Shilin, China 1935.

Live-Musik: Meg Morley (Flügel) & Mykyta Sierov (Oboe)

Die Schwestern Lan und Tao sind grundverschieden: Während Lan fleißig und aufrichtig ist, erliegt Tao leicht den Verlockungen des Vergnügens. Doch eines haben sie gemeinsam: Beide lieben denselben Mann. Er heiratet die sinnliche Tao, die sein Geld leichtsinnig ausgibt und ihn schließlich für einen Anderen verlässt. Kann Lan ihre Schwester vor dem moralischen Absturz noch retten? GUO FENG sollte 1935 für die Bewegung „Neues Leben“ werben, die einen tugendhaften Lebensstil propagierte. Das Drama war der letzte Filmauftritt der ikonischen Schauspielerin Ruan Lingyu, die sich kurz vor der Premiere das Leben nahm.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom China Film Archive

Fotos zum Download:

Guo feng (China 1935). Quelle: China Film Archive
Guo feng (China 1935). Quelle: China Film Archive
Guo feng (China 1935). Quelle: China Film Archive
Guo feng (China 1935). Quelle: China Film Archive

Mittwoch, 19. August 2026, 21.15 Uhr: THE LIFE AND DEATH OF 9413, A HOLLYWOOD EXTRA; Robert Florey & Slavko Vorkapich, USA 1928. 

Live-Musik: Meg Morley (Flügel)

Eine scharfe Satire über die Schattenseiten der Traumfabrik Hollywood, die auf beeindruckende, experimentelle Weise erzählt wird. Mit wenigen Mitteln schufen die Regisseure Robert Florey und Slavko Vorkapich mit Hilfe des späteren CITIZEN KANE-Kameramanns Gregg Toland die traumartigen, hochstilisierten Bilder dieses Märchens vom Misserfolg eines jungen Schauspielers in der amerikanischen Filmhauptstadt. Als Inspirationsquelle soll George Gershwins vier Jahre zuvor entstandenes bahnbrechendes Musikstück Rhapsody in Blue gedient haben, dessen Jazz-Ära-Energie im Film ein visuelles Pendant findet.

Film dankenswerterweise bereitgestellt von Det Danske Filminstitut

Fotos zum Download:

The Life and Death of 9413, a Hollywood Extra (USA 1928). Quelle: Det Danske Filminstitut
The Life and Death of 9413, a Hollywood Extra (USA 1928). Quelle: Det Danske Filminstitut
The Life and Death of 9413, a Hollywood Extra (USA 1928). Quelle: Det Danske Filminstitut
The Life and Death of 9413, a Hollywood Extra (USA 1928). Quelle: Det Danske Filminstitut

Mittwoch, 19. August 2026, im Anschluss: DIE GROSSE SEHNSUCHT; Stefan [= István] Székely, Deutschland 1930. 

Live-Musik: Richard Siedhoff (Flügel) & Mykyta Sierov (Oboe)

Im Studio wird der Film DIE GROSSE SEHNSUCHT gedreht. Als sich die Hauptdarstellerin mit dem Regisseur zerstreitet, bekommt die junge Komparsin Eva die Chance, ihre erste Hauptrolle zu spielen. Ihr rasanter Aufstieg zum Filmstar geht jedoch auf Kosten ihres persönlichen Glücks. Wo wird Eva ihr Happyend finden? Über 30 Filmstars der damaligen Zeit treten in dieser selbstreflexiven Komödie über das Filmemachen und die Licht- und Schattenseiten des Erfolgs auf. Der frühe Tonfilm wird in einer stummen Fassung gezeigt, die damals für jene Kinos hergestellt wurde, die noch nicht auf die Tontechnik umgerüstet waren.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom Bundesarchiv

Fotos zum Download:

Die grosse Sehnsucht (DE 1930). Quelle: Filmmuseum Potsdam
Die grosse Sehnsucht (DE 1930). Quelle: Filmmuseum Potsdam
Die grosse Sehnsucht (DE 1930). Quelle: Filmmuseum Potsdam
Die grosse Sehnsucht (DE 1930). Quelle: Filmmuseum Potsdam

Donnerstag, 20. August 2026, 21.15 Uhr: BÉHULA;  Camille Legrand, Indien & Frankreich 1921
Live-Musik: Filmsirup – Matthias André (e-Gitarre) & Michi Hendricks (Flügel)

BÉHULA basiert auf einer bengalischen Legende über die Schlangengöttin Manasa. Ein Kaufmann, der sich ihr verweigert, erhält eine tragische Lektion. Erst der Glaube und Elan seiner Schwiegertochter Béhula können die Göttin besänftigen. Als Titelfigur brilliert die anglo-indische Schauspielerin Patience Cooper, Indiens erster weiblicher Filmstar. Regie führte der französische Pathé-Kameramann Camille Legrand, der das mythologische Drama für den Kinomogul Jamshedji Framji Madan in Kalkutta realisierte. Ein visuelles Erlebnis und seltenes Werk des indischen Stummfilms, dessen Produktion fast vollständig verschollen ist.

Film dankenswerterweise bereitgestellt von der Fondation Jérôme Seydoux – Pathé

Fotos zum Download:

Béhula (IN/FR 1921). Quelle: Fondation Jérôme-Seydoux–Pathé
Béhula (IN/FR 1921). Quelle: Fondation Jérôme-Seydoux–Pathé
Béhula (IN/FR 1921). Quelle: Fondation Jérôme-Seydoux–Pathé

Donnerstag, 20. August 2026, 22.30 Uhr: L’INFERNO
DANTE ALIGHIERIS GÖTTLICHE KOMÖDIE; Francesco Bertolini, Adolfo Padovan, Giuseppe De Liguoro, Italien 1911. 

Live-Musik: Paul Rittel (Cello) & Sufian Ararah (Oud)

Dieses monumentale Meisterwerk des frühen italienischen Kinos präsentiert die Hölle als visuelles Spektakel. Die Regisseure adaptierten für den Film, der als erster abendfüllender Spielfilm Italiens gilt, den ersten Teil aus der „Göttlichen Komödie“, Dante Alighieris berühmtem Gedicht. Die Produktion dauerte drei Jahre und verschlang ein für die damalige Zeit gigantisches Budget. Mit revolutionären Spezialeffekten, aufwändigem Szenenbild und beeindruckenden Kostümen setzte das bahnbrechende Großprojekt von Milano Films neue Maßstäbe für das fantastische Kino und den frühen Horrorfilm.

Film dankenswerterweise bereitgestellt von Cineteca di Bologna

Fotos zum Download:

L'Inferno (IT 1911). Quelle: Cineteca di Bologna
L'Inferno (IT 1911). Quelle: Cineteca di Bologna

Freitag, 21. August 2026, 21.15 Uhr: THE GARDEN OF EDEN (DER GARTEN EDEN);  Lewis Milestone, USA 1928.

Live-Musik: M-cine – Dorothee Haddenbruch (Flügel) & Katharina Stashik (Saxophon)

Dass der Traum, Opernsängerin zu werden, eine junge Frau von Wien über Budapest nach Monte Carlo bringen kann und das Leben viele Enthüllungen parat hält, erfährt die Hauptfigur in dieser charmanten Verwechslungskomödie vom späteren IM WESTEN NICHTS NEUES-Regisseur Lewis Milestone. DER GARDEN EDEN basiert auf einem deutschen Bühnenstück, das Lubitsch-Drehbuchautor Hanns Kräly für den Film bearbeitete. Das Szenenbild und das prachtvolle Art-déco-Hotel an der Riviera entwarf William Cameron Menzies, der durch seine Tätigkeit für VOM WINDE VERWEHT später die Bezeichnung des Produktionsdesigners schuf.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom San Francisco Film Preserve

Fotos zum Download:

The Garden of Eden (USA 1928). Quelle: San Francisco Film Preserve
The Garden of Eden (USA 1928). Quelle: San Francisco Film Preserve
The Garden of Eden (USA 1928). Quelle: San Francisco Film Preserve

Freitag, 21. August 2026, 23.00 Uhr: ADAM A EVA (DAS MÄDEL MIT DEM MÄNNERTYP);  Václav Binovec, Tschechoslowakei 1922.

Live-Musik: Elaine Brennan (Flügel)

Die Zwillinge Adam und Eva sind sich zum Verwechseln ähnlich. Die spitzbübische Eva nutzt dies für Streiche, die Adam ausbaden muss. Als die Geschwister erwachsen werden, dreht Adam den Spieß um: Er verkleidet sich als Eva, um deren Verehrer zu erschrecken. In der unkonventionellen Crossdressing-Komödie, die mutig mit Geschlechterstereotypen spielt und zu queeren Lesarten einlädt, brilliert Suzanne Marwille als Eva und Adam. Beeindruckend wechselt sie zwischen weiblichen und männlichen Posen, Gesten und Kostümen. Die vielbegabte Marwille, die als erste tschechische Filmdiva gilt, verfasste auch das Drehbuch.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom Národní filmový archiv

Fotos zum Download:

Adam a Eva (CSR 1922). Quelle: Narodni filmovy archiv
Adam a Eva (CSR 1922). Quelle: Narodni filmovy archiv
Adam a Eva (CSR 1922). Quelle: Narodni filmovy archiv
Adam a Eva (CSR 1922). Quelle: Narodni filmovy archiv

Samstag, 22. August 2026, 21.15 Uhr: SOLDIER MAN; Harry Edwards, USA 1926.

Live-Musik: Daan van den Hurk (Flügel)

Ein tollpatschiger amerikanischer Soldat gerät zwei Tage nach Eintritt in den Ersten Weltkrieg in Gefangenschaft. Am Tag des Waffenstillstands gelingt ihm der Ausbruch. Dass der Krieg nun zu Ende ist, ahnt er allerdings nicht. Er erreicht einen fiktiven Balkanstaat, dessen unbeliebter, alkoholkranker König ihm auffallend ähnlich sieht. Als der Soldat mitten hinein in ein Komplott gegen den König gerät, kommt es zu Verwicklungen … SOLDIER MAN entstand unter Mitwirkung des späteren ES GESCHAH IN EINER NACHT-Regisseurs Frank Capra und gilt als einer der besten Kurzfilme mit dem Komiker Harry Langdon.

Film dankenswerterweise bereitgestellt von UCLA

Restauriert von The Packard Humanities Institute

Fotos zum Download:

Soldier Man (US 1926). Quelle: Packard Humanities Institute

Samstag, 22. August 2026, im Anschluss: DR. BESSELS VERWANDLUNG;  Richard Oswald, Deutschland 1927. 

Live-Musik: Günter A. Buchwald (Flügel, Geige)

Erster Weltkrieg: Ein deutscher Soldat liegt verwundet an der Front. Um der Gefangenschaft oder dem Tod zu entgehen, nimmt er die Identität eines gefallenen französischen Offiziers an. Da er wie ein Muttersprachler Französisch spricht, merkt niemand die Täuschung. Dennoch führt er sein neues Leben in Paris in ständiger Angst, als „Feind“ entlarvt zu werden. DR. BESSELS VERWANDLUNG ist ein berührendes Drama mit starker humanitärer Botschaft. Der Film wird in einer neuen Restaurierung des DFF und des Filmarchivs Austria gezeigt, die auf dem Originalnegativ basiert und durch ihre brillante Bildqualität besticht.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Fotos zum Download:

Dr. Bessels Verwandlung (DE 1927). Quelle: DFF / Filmarchiv Austria
Dr. Bessels Verwandlung (DE 1927). Quelle: DFF / Filmarchiv Austria
Dr. Bessels Verwandlung (DE 1927). Quelle: DFF / Filmarchiv Austria

RAHMENPROGRAMM

Sonntag, 16. August 2026. Brotfabrik Bonn-Beuel, Studio 5. Eintritt frei.

11 Uhr

MACH MIT: STUMMFILME SELBST VERTONEN!

Eine interaktive Veranstaltung für Jung und Alt

In Kooperation mit dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Stummfilme vertonen? Auf jeden Fall! Denn Stummfilme wurden nie stumm aufgeführt. Doch wie entsteht der Ton für einen Stummfilm? Welcher Ton klingt für welche Szene am besten? Wie wirken Bild und Ton zusammen? Die Teilnehmer*innen gehen diesen Fragen zusammen mit den Filmvermittlerinnen Paula Engelhardt und Elisa Zinn nach, indem sie gemeinsam Stummfilme ansehen und selbst zu Geräuschemacher*innen werden – wie vor 100 Jahren. Kommt und macht mit!

Sonntag, 16. August 2026: Brotfabrik Bonn-Beuel, Kino in der Brotfabrik. Eintritt frei.

14 Uhr

Buchvorstellung und Filmvorführung: DER ABERGLAUBE; Georg Jacoby, Deutschland 1919.

Live-Musik: Elizabeth-Jane Baldry (Harfe)

Ellen Richter war einer der größten Stars des Weimarer Kinos. Die österreichisch-jüdische Schauspielerin stand in rund 70 Filmen vor der Kamera, etwa die Hälfte davon produzierte sie selbst zusammen mit ihrem Ehemann und Mitstreiter Willi Wolff. Sie verkörperte starke Frauentypen in einer großen Bandbreite an Genres: Melodramen, Historienfilme, Abenteuerfilme, Krimis und Komödien. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verschwand sie von der Leinwand und folglich aus dem öffentlichen Gedächtnis. Von ihren Filmen ist nur ein Bruchteil überliefert. 2018 begaben sich die Filmhistoriker Oliver Hanley und Philipp Stiasny auf Spurensuche nach dem vergessenen Filmstar. Parallel haben Archive mehrere Ellen-Richter-Filme restauriert.
Stummfilmtage-Kurator Oliver Hanley berichtet von der aufwändigen Recherche, deren Ergebnis nun als Buch Ellen Richter. Die große Unbekannte des Weimarer Kinos vorliegt. Anschließend ist Ellen Richter in DER ABERGLAUBE zu sehen, der bis 2020 als verschollen galt. Sie spielt in diesem packenden Melodrama eine Zirkusartistin, die ohne eigenes Verschulden selbstzerstörerische Leidenschaften bei Männern weckt und deshalb ständig verachtet wird.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom EYE Filmmuseum

Fotos zum Download:

Der Aberglaube (DE 1919). Quelle: EYE Filmmuseum
Ellen Richter. Die große Unbekannte des Weimarer Kinos. Quelle: SYNEMA Gesellschaft für Film und Medien

Samstag, 22. August 2026. LVR-LandesMuseum

14 Uhr

SAM SOBI ROBINZON (SEIN EIGENER ROBINSON);  Lazar Frenkel’, UkrSSR 1929.

Live-Musik: Daan van den Hurk (Flügel) 

Bücherwurm Vasja schwelgt ständig in Tagträumen. Inspiriert von Romanen wie Robinson Crusoe erlebt er in seiner Fantasie die wildesten Abenteuer. Als sich Vasja eines Tages auf ein echtes Abenteuer begibt, muss er sich der ernüchternden Erkenntnis stellen, dass das wirkliche Leben ganz anders ist. Dieser bezaubernde Kinderfilm beeindruckt durch seine geschickte Inszenierung und raffinierte Kameraarbeit sowie durch die talentierten Kinderdarsteller. 2025 restaurierte das Bundesarchiv SAM SOBI ROBINZON im Rahmen eines Projekts zur Sicherung von seltenen Filmen aus seinem Bestand mit ukrainischem Bezug.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom Bundesarchiv

Fotos zum Download:

Sam sobi Robinzon (UkrSSR 1929). Quelle: Bundesarchiv
Sam sobi Robinzon (UkrSSR 1929). Quelle: Bundesarchiv
Sam sobi Robinzon (UkrSSR 1929). Quelle: Bundesarchiv
Sam sobi Robinzon (UkrSSR 1929). Quelle: Bundesarchiv

Samstag, 22. August 2026. LVR-LandesMuseum

16 Uhr

Buchvorstellung und Filmvorführung:
WEIMAR, WEIBLICH: RESTAURIERTE KURZFILME VON REGISSEURINNEN

Deutschland 1917-1932

Live-Musik: Elaine Brennan (Flügel) & Günter A. Buchwald (Flügel, Geige)

Die Ära der Weimarer Republik gilt als „goldenes Zeitalter“ des deutschen Kinos. Doch das umfassende und beeindruckende Werk weiblicher Regisseurinnen, das in dieser Periode entstand, blieb über Jahrzehnte hinweg fast völlig unbeleuchtet. Historiker*innen, Wissenschaftler*innen, Archive, Museen und spezialisierte Filmfestivals, wie die Stummfilmtage, beschäftigen sich vermehrt damit, das weibliche Filmschaffen zu erforschen, zu restaurieren und sichtbar zu machen. Mit der Veröffentlichung des Buches Weimar, weiblich. Filmpionierinnen des Kinos der Moderne (1918-1933) wurden diese Bemühungen um ein wichtiges Werk ergänzt. Anlässlich dieser Publikation präsentieren wir vier Filme der Regisseurinnen Hanna Henning, Lotte Reiniger, Stella F. Simon und Ella Bergmann-Michel, die das DFF seit 2018 digitalisiert und restauriert hat. Zusammen mit Mitherausgeberin Daria Berten und Filmrestauratorin Anke Mebold führt Stummfilmtage-Kuratorin Eva Hielscher durch das Programm und stellt die Frauen hinter der Kamera vor. Dabei wird deutlich, wie umfangreich und vielfältig das Werk dieser (und anderer) Filmpionierinnen war.

Film dankenswerterweise bereitgestellt vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Fotos zum Download:

Weimar, weiblich. Filmpionierinnen des Kinos der Moderne (1918-1933) Quelle: edition text+kritik
Dornroeschen (DE 1922). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Walkampf 1932 (DE 1932). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Spitzenchristel (DE 1917). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Haende (DE 1929). Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum